10 Fragen an Diego Gabathuler, CEO Ivoclar Gruppe


Die Ivoclar Gruppe ist ein international führendes Dentalunternehmen. Herr Gabathuler wer sind denn Ihre Hauptkunden? Zahntechnische Labors oder Zahnarztpraxen?

Wir sind vom Kern her eine Laborfirma. Unsere Stammkundschaft ist das Zahntechnische Labor. Als ich hier vor 20 Jahren angefangen habe, machte der Laboranteil sogar 70% der Aufträge aus. Heute ist es 50:50. Der globale Zahnarztmarkt ist mit 28 Milliarden Schweizer Franken viel grösser als der Labormarkt mit 7 Milliarden Weltmarkt.

Als Chef von über 3500 Mitarbeitenden übernehmen Sie gerne Verantwortung. Lassen Sie uns über weitere Eigenschaften reden, mit denen Führungskräfte assoziiert werden. Stress zum Beispiel. Oft sagen Manager, Stress sei nötig, um die Pace zu halten. Gehören Sie da dazu?

Nein ich bin gelassen. Solange mich meine Füsse tragen, kriege ich alles in den Griff. Damit möchte ich jetzt nicht kokettieren, aber solange es meiner Gesundheit und der Familie gut geht, mache ich mir keine grossen Sorgen. Wenn im Geschäft ein Kostenthema oder eine Lieferkette Probleme macht, kriege ich das in den Griff. Das Fundamentale sind andere Sachen.

Dann stehen Sie auch nie unter Druck?

Doch aber ich brauche keinen zusätzlichen Druck (lacht). Ich habe mir selbst immer viel zu viel Druck gemacht. Mir und den Mitarbeitern. Meine Mutter sagte immer „Du musst Disziplin haben, Du musst dranbleiben“ und das merke ich heute noch. Ich trage sogar das Joggen in die Agenda ein. Und halte mich daran. Was meine Frau amüsiert.

Was bereitet Ihnen Freude bei der Führung der Traditionsfirma Ivoclar?

Mir gibt Energie, wenn Mitarbeitende Freude haben. Und natürlich unser Produkt. Das ist emotional. Das brauche ich. Ich könnte keine Teppiche verkaufen. Es muss etwas technologisches sein, das die Menschen bewegt. Ich bin dankbar für die Opportunität, bei Ivoclar Healthcare, Technologie und Lifestyle in einem zu haben.

Dieses Jahr feiert die Ivoclar Gruppe 100 Jahre Jubiläum. Was ist in Planung?

Die Eröffung unseres neuen Verwaltungs-, Besucher- und Schulungszentrums hier in Schaan. Dieses setzt einen neuen Massstab im Dentalbereich in punkto Architektur, Atmosphåre und Ausbildung. Es wird darin auch eine dentale Erlebniswelt geben, in der man vieles über die Branche, uns und unsere Produkte erfahren wird. Dazu planen wir auch eine Schulungsoffensive. Auch investieren wir viel in Service. Wir wollen noch schneller, kompetenter und freundlicher sein. Für mich ist Service kein notwendiges Übel, sondern ich bin überzeugt, dass Service für Kunden hochrelevant ist. Ich glaube sogar, dass eine Marke vom Service lebt.

Wie gehen Sie mit der täglichen E-Mail-Flut um?

Ganz ehrlich ich hasse Emails. Vor allem die langen die nie auf den Punkt kommen. Ich finde Emails sind die Krankheit der heutigen Zeit. Wir haben einen Overkill an Kommunikation.

Von der heutigen Zeit zur Zukunft. KI, Digitales Design sind Schlagwörter, die täglich in der Zahnmedizin und Zahntechnik gebraucht werden. Was denken Sie, wie lange geht es noch bis ein Frontzahn geprintet werden kann, und zwar so, dass er ästhetisch funktioniert?

Ich glaube, es wird die hochästhetische, manuelle Zahntechnik noch lange geben. Auch wir beschäftigen uns mit dem Printing und Keramikdrucken, aber wenn ich sehe, wie die entsprechende Software aktuell ist, so sind wir noch weit davon entfernt, dass Frontzähne rein digital so hergestellt werden können, dass sie der Qualität und die Ästhetik entsprechen, die wir heute kennen.

Wagen Sie eine Prognose- wann könnte es denn so weit sein?

Das dauert noch mindestens 10 Jahre. Mindestens!

Was denken Sie, wie wird sich der Zahnarztberuf verändern? Wird zukünftig alles in der Praxis produziert?

Wenn ich Zahnarzt wäre würde ich mich voll auf die Patientenberatung und Behandlung fokussieren. Dazu hätte ich ein Top-Labor Partner das schnell, freundlich und kompetent ist und Qualität und Ästhetik liefert.

Und wie sieht die Zukunft für Sie persönlich aus? Wo möchten Sie hin?

Ich bin da, wo ich sein möchte.

Dann wünsche ich Ihnen weiterhin viel Freude auf der Chefetage des Unternehmens Ivoclar. Herzlichen Dank fürs Interview Herr Gabathuler.

Vor dem Ivoclar Hauptsitz in Schaan mit Moritz Wenger Countrymanager Switerland und Diego Gabathuler CEO
Moritz Wenger Countrymanager Switzerland Ivoclar, Fachjournalistin Marion Gredig, Diego Gabathuler CEO Ivoclar Gruppe

ZZS Zahn-Zeitung Schweiz

Der Bericht entstand im Auftrag der ZZS Zahn-Zeitung Schweiz und wurde in der Dezember 2022/Januar 2023 Ausgabe publizert

Ivoclar

Beitrag Ivoclar in der ZZS Zahn-Zeitung Schweiz
Interview in der ZZS

www.labor-gredig.ch/blog


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